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Miete essen Seele auf

Miete essen Seele auf

Dokumentarfilm von Angelika Levi / Co-Regie: Christoph Dreher 54 Min., D 2015

"Miete essen Seele auf" dokumentiert 2 Jahre nachbarschaftliche Organisierung und Protest am südlichen Kottbusser Tor. Der Film portraitiert bewegend die Akteure des Protestes. Er verknüpft die Wohnungsfrage mit der Geschichte der Migration und betont eine Verbindung von Rassismus und urbaner Verdrängung.

In der Nacht des 26. Mai 2012 zimmerten einige Bewohner der Sozialwohnungen am Kottbusser Tor, mehrheitlich türkischstämmige NachbarInnen, aus Europaletten ein Protesthaus zusammen. Sie nannten es „Gecekondu“, aus dem Türkischen übersetzt heißt das: „Über Nacht erbaut“.

Mit dieser Besetzung eines öffentlichen Platzes im Zentrum von Kreuzberg, begann die Mieterinitiative Kotti & Co einen bis heute täglich sichtbaren Widerstand, und holte das Thema des sozialen Wohnungsbaus und die massive Verdrängung von langjährigen BewohnerInnen aus der Innenstadt auf die politische Agenda.

Menschen mit sehr verschiedenen Biografien und politisch unterschiedlichen Ansichten begannen miteinander zu reden und ihre Geschichten zu teilen. Die Abgrenzungen und Vorurteile wichen einer positiven Verunsicherung, aus Nachbarschaft entstand Freundschaft.

Im Film spielt der „Cottbusser Chor“ mit, ein radikal postideologischer Chor, arrangiert und musikalisch komponiert von Nicholas Bussmann. Er versteht sich in Tradition linker Laienchöre, doch die sonst hierarchische Struktur des Chors wird durchbrochen und eine musikalische Fährte gelegt, die das Thema des Films spiegelt: das Verhältnis von Kollektiv und Individuum.

Regie & Montage:
Angelika Levi
Co-Regie:
Christoph Dreher
Buch:
Angelika Levi, Christoph Dreher
Kamera:
Antje Peters
Ton:
Manuela Schininá
Komposition und Chorleitung:
Nicholas Bussmann
Chor:
Laura Mello, Lucile Desamory, Fernanda Farah de Souza, Rico Repotente, Thomas Tichai, Frank Wismar, Yusuf Ergün
Texte:
Jan Theiler
Mischung:
Erik Mischijew
Titel:
Alexander Sandy Kaltenborn
Dramturgische Beratung:
Christian Frosch
Redaktion:
Kathrin Brinkmann
Produktion:
weltfilm
im Auftrag von ZDF/Arte